Triathlon für den guten Zweck

„Triathlon macht Spaß“. Und das war auch das Motto am Samstag beim 6. Lions-Triathlon am Großensee. Es war kein offizieller Triathlon sondern eine Wohltätigkeitsaktion, bei der der Spendencharakter im Vordergrund stand und nicht der sportliche Ehrgeiz. Das scheinen einige aber nicht verstanden zu haben.

Kurz vor dem Start um 11 Uhr lugt hin und wieder mal die Sonne durch die dicken Wolken hindurch, aber a…kalt bleibt es auch dann! Trotz mehrerer Lagen Textilien klappern meine Zähne, weil es u.a. sehr windig ist. Die Wassertemperatur ist höher als die Lufttemperatur, was allerdings keine positive Feststellung ist 😉 Zu diesem Zeitpunkt ist mir noch völlig schleierhaft, wie ich es jemals ohne Neo in dem 18.5 Grad kalten See aushalten soll. Es sind zwar nur 300 m, aber die reichen, um dafür zu sorgen, dass ich kein Gefühl mehr in den Oberschenkeln und Händen habe.

Schließlich komme ich als Vierter aus dem Wasser und streife mir mit viel Mühe eine Weste und eine Mütze über bevor meine zittrigen Hände es irgendwie schaffen, den Helm zu schließen. Aber wie gesagt, es geht ja um nichts, sondern nur um meine Gesundheit. Das denke ich noch, als ich nach 2 km auf dem Rad vorne liege und mich ein Staffelteilnehmer auf seiner Zeitfahrmaschine auf der Straße (erlaubt ist eigentlich nur Radweg!) überholt, während ich mein 14 Jahre altes Alu-Rennrad von Müsing auf dem Radweg reite. „Das geht gar nicht!“, flüstert mir eine Stimme zu und leitet diese Information an meine Beine weiter, die die Verfolgung aufnehmen. Als die Heißdüse dann wenig später zwangsläufig auch auf den Radweg muss, weil dieser nicht mehr parallel zur Straße verläuft, hole ich den Übermotivierten ein und fahre an einer Verschrankung, die er laut fluchend nur mit viel Mühe passiert, sogar an ihm vorbei. Daraufhin klemmt er sich in meinen Windschatten. Das geht nochmal nicht! Auf einem ca. 500 m langen Schotterstück kurz vor der Wechselzone überholt er mich dann wieder, weil ich aus Liebe zu meinem Oldtimer langsam fahre. Hätte ich ein solches Rad wie er, hätte ich es über diese Passage getragen!

Quasi zusammen erreichen wir die Wechselzone. Da nur eine Zwei-Mann-Staffel, zieht der Typ sich auch noch Laufschuhe an. Mmmh, denk, denk, nee, Du nicht! Noch vor ihm verlasse ich die Wechselzone und kann ihn schon nach einem Kilometer bei einem Blick in den Rückspiegel nicht mehr sehen. Am Ende sind es etwa drei Minuten Vorsprung. Im Ziel rennt er dann fast noch die kleinen Mädels um, die den Athleten freundlicherweise Wasserbecher anreichen. Weder grüßt noch gratuliert er. Triathlon macht Spaß! Erst jetzt erkenne ich, dass er und noch ein Athlet / eine Athletin aus seinem Verein extra einen Pavillon aufgestellt haben, damit die Räder nicht nass werden!

Mir hat die Veranstaltung jedenfalls viel Spaß gemacht! Liebevoll und durchaus professionell organisiert, bot sie jedem die Möglichkeit, sich im Ausdauer-Dreikampf zu versuchen (300 m Schwimmen, 15 km Rad fahren, 4 km Laufen). Ernst sollte man den Hintergrund nehmen (Projekt „See you – Stark für Familien“) aber nicht den Wettstreit. Dennoch gab es eine Siegerehrung, obwohl es natürlich nicht nötig gewesen wäre 😉 Dabei habe ich eine Flasche Champagner gewonnen. ICH! Irgendwie scheinen alle Veranstalter zu meinen, dass alle Triathleten Trinker sind, oder warum gibt es immer Alkohol zu gewinnen? Warum nicht einmal eine Tafel Schokolade oder ein Paket Nesquick?