Versöhnlicher Saisonabschluss – 2. Liga in Hannover, 3. September 2016

20160903_161946Was haben ein versöhnlicher Saisonabschluss und ein DNS (= did not start) zum Ende des Triathlon-Jahres gemeinsam? – Viel!

Es sollte unser letzter Auftritt in der Zweiten Liga Nord werden – für die jungen Athleten für gewisse Zeit. Für mich sicherlich für immer! Doch dazu später mehr. Völlig untypisch für einen Triathlon wählten die Hannoveraner einen Samstag, um die besten Kurzdistanz-Triathleten aus dem Norden gegeneinander antreten zu lassen.  Die Szenerie ist jedenfalls perfekt gewählt: Geschwommen wird im, geradelt und gelaufen am Maschsee und geduscht wird im Fußballstadion von Hannover 96. Schon vor dem Wettkampf freute ich mich auf die Eistonne, das Ermüdungsbecken und die professionelle Massage in den Kabinen 😉

Das Wetter ist perfekt: bewölkt, um die 20 Grad. Die Wassertemperatur beträgt knapp über 22 Grad, sodass ohne „Schwimmhilfe“ geschowmmen werden muss. Die Mannschaften werden der Reihe nach vorgestellt und begeben sich danach mit einem Köpper in den Maschsee. Warum wir nicht als Letzter aufgerufen werden, weil wir doch eben diesen Platz in der Tabelle belegen und bereits vor diesem Wettkampf abgestiegen waren, entzieht sich meiner Kenntnis. Der Maschsee ist eigentlich kein Badesee – und das merkt man auch. Die Enten haben sich bei Ihrer Vertreibung durch die Dreikämpfer sicherlich gedacht, noch einmal ordentlich was zurück zu lassen. Aber wir sind ja einiges gewohnt. Mit einer Hand an der Kaimauer warten wir auf das Startsignal.

Als es ertönt, ist es wie immer: Alle peitschen los. Im Nu bin ich mal wieder Letzter der 89 Starter. „Nein, nicht schon wieder wie in Münster“, wo ich mit einer halben Minute Rückstand als Allerallerallerletzter aus dem Wasser kam. Doch nach ca. 200 m fange ich mich, finde meinen Rhythmus, kann ein bisschen Druck machen und bin schon bei der ersten Richtungsboje nach 300 m hinten dran am Feld. Zu schwimmen sind 750 m, meine Uhr zeigt am Schluss 950 m – mmh? Ich kann die gesamte Zeit im Wasserschatten mitschwimmen und erreiche als 82ster das Ufer. Etwa 20 m vor mir entsteigt eine zwölfköpfige Gruppe dem See.

„So, Leute, heute habe ich gute Beine. Jetzt geht’s los!“ Bereits auf dem langen Weg durch die Wechselzone schiebe ich mich auf den grandiosen 80sten Platz. Doch jetzt bin ich verwirrt! Als ich mich meinem Wechselplatz nähere, wähne ich mich im falschen Block. Bisher war ich es in der zweiten Liga gewohnt, das Rad zu nehmen, welches als einziges noch dort steht. Doch jetzt hängt direkt neben meinem das eines Teamkollegen. „Hä? Wer schwimmt denn noch langsamer als ich?“ Helm auf, Rad greifen, da kommt er schon. Ich zucke kurz, ob ich auf ihn warten soll, damit wir auf dem Rad gemeinsame Sache machen können. Doch heute habe ich so gute Beine fahre los!

Drei Runden á 7 km sind zu fahren. Nach der ersten Runde habe ich die zwölfköpfige Gruppe erreicht, die kurz vor mir aus dem Wasser kam. „Gut Jungs, jetzt kann gekreiselt werden“, denke ich, um gleich darauf festzustellen, dass das Tempo mäßig ist und nur einer vom Team Hagen in der Gruppe „arbeitet“. Also setze ich mich an die Spitze der Gruppe und fahre mein Tempo. „Mir doch egal, wenn die lutschen. So sind wir auf jeden Fall schneller!“ Kurz blicke ich mich um, sehe, dass niemand folgt und höre nur zwei, die sich zurufen: „Lass‘ ihn fahren.“ Nur der Kollege aus Hagen springt noch zu mir. Gemeinsam pesen wir über die letzten eineinhalb Runden, überholen versprengte Athleten, die aber nicht folgen können. Am Ende steht ein Schnitt von 41,5 km/h und eine Durchnittsleistung von 335 Watt! Ich sagte doch, dass ich heute gute Beine habe 😉

Doch jetzt merke ich sie natürlich auf den zwei Laufrunden á 2,5 km. Der Abstand zu den Vorderleuten ist groß. Doch mit einem Schnitt von 3:34 min/km und der 37sten Laufzeit im Feld erreiche ich schließlich als Gesamt 56ster das Ziel. Das ist meine beste Platzierung in der 2. Liga. Und da auch meine Teamkollegen nochmal alles gegeben haben, werden wir mal nicht Letzter – sondern 16ter!

Tages-Ergebnis: https://triathlon-stevendaal.de/wp-content/uploads/2016/09/BL2M_Team.pdf
Abschlusstabelle: https://triathlon-stevendaal.de/wp-content/uploads/2016/09/BL2M_Tabelle.pdf

Auch bei diesem Wettkampf hat es unsere Damenmannschaft mal wieder besser gemacht! Angeführt von einer bärenstarken Bettina, die Elfte wurde, kam das Team auf Platz 6 von 10 Teams in der Tageswertung und sicherte sich mit Platz 7 in der Abschlusstabelle den Klassenerhalt.

Tages-Ergebnis: https://triathlon-stevendaal.de/wp-content/uploads/2016/09/BL2W_Team.pdf
Abschluss-Tabelle: https://triathlon-stevendaal.de/wp-content/uploads/2016/09/BL2M_Tabelle.pdf

Resümee 1:  Auch wenn die Auftritte in der 2. Liga sportlich nicht so erfolgreich waren, hat es doch Spaß gemacht, gemeinsam mit hochtalentierten und –ambitionierten Triathleten in einem Feld zu starten. Immerhin zählten so klanghafte Namen wie Jan Raphael oder Lars Pfeifer dazu! Wäre alles optimal gelaufen, hätten wir eine realistische Chance gehabt, Platz 15 oder 16 zu belegen. Es ist aber für uns nie optimal gelaufen, bis auf den letzten Wettkampf. Und wir hatten nicht das Potenzial wie andere Mannschaften, Pleiten, Pech und Pannen zu kompensieren. Daher sind wir am Ende auf dem letzten Platz gelandet. Für mich ist ein sportlicher Traum in Erfüllung gegangen! Eigentlich hätte ich mich schon über nur einen Start in dieser Liga gefreut. Am Ende wurden es gar fünf. Und ich bin nie Letzter geworden 😉 Die Erkenntnis bleibt, dass ich im Schwimmen mit den Jungs nicht mithalten kann, mich auf dem Rad und beim Laufen auf diesem Niveau nicht zu verstecken brauche. Sollte unser Team irgendwann mal wieder den Aufstieg schaffen, werde ich wohl nicht mehr dabei sein. Über Fünfzigjährige lassen sie – glaube ich – in der 2. Liga nicht mehr zu 😉

Resümee 2: Diesen veröhnlichen Saisonabschluss mit einem persönlich schönen und erfolgreichen Wettkampf sollte man so stehen lassen. Deswegen habe ich mich auch entschlossen, auf einen Doppestart zu verzichten (DNS) – einen Tag nach dem Ligawettkampf fanden in Norderstedt bei fiesem Herbstwetter die Landesmeisterschaften über die olympische Distanz statt. Daher geht für mich persönlich eine alles in allem lehr- und erfolgreiche Saison zu Ende, womit ich zu Jahresbeginn keineswegs gerechnet hatte.