Silvesterlauf in Siek, 31. Dezember 2018

Die bösen Geister, die mich im letzten Jahresdrittel gepiesackt haben, sollten beim Silvesterlauf in Siek vertrieben werden. Endlich wieder beschwerdefrei Sport treiben zu können, das war ab August ein sehnlicher Wunsch von mir. Dass es dann noch zum Jahresende klappte, war schon toll. Und so stand ich nun in der Mehrzweckhalle in Siek, wo der Start zum 20sten Silvesterlauf stattfand, den mein Sportfreund Götz mit großem Engagement organisiert.

Die Bedingungen sind top. Es ist relativ trocken und mit 7 Grad angenehmes Laufwetter. Mein Umfeld verheißt für die Veranstaltung etwas Gutes: Dieser rein privat organisierte Lauf ist besser besetzt als die Kreismeisterschaften im Crosslauf in Stormarn. Und mit Lennart ist ein angehender Profi-Triathlet am Start. Vorher hatten wir kurz darüber philosophiert, ob wir zusammen laufen wollen. Als er mir dann aber kurz vor dem Start sagt, dass sein Trainer ihm „Tempo“ in den Plan geschrieben hat, erwiderte ich nur ein: „na dann bis später!“ Und so war es dann auch. Gleich nach dem Startschuss, der traditionell durch einen – legal oder nicht – explodierenden Polenböller signalisiert wird, schießt Lennart los. Ich sehe ihn noch genau bis zum Ende des Parkplatzes, der ca. 50 m lang ist. Danach ist er weg. Aber wenigstens ist Wieland an meiner Seite, der zu Beginn auch eine Menge Druck macht. Nach etwa einem Kilometer höre ich dann noch schnelle Schritte hinter uns und erkenne aus dem Augenwinkel ein weißes Trikot. „Wer zur Hölle kann so schnell zu uns auflaufen?! Doch noch jemand, den ich nicht kenne?“ Am Ende sollte sich herausstellen, dass es mein Sportfreund Angel war, der „nur“ auf der Suche nach einem guten Foto war und sich dann wieder hat zurück fallen lassen – so so.

Seite an Seite laufe ich mit Wieland bis es in die Schlammpassage geht und wir knöcheltief im Morast versinken. Hier können wir nicht mehr nebeneinander laufen. Ich lasse Wieland den Vortritt, was sich aber als unklug erweist: Ich sehe nicht wohin ich treten soll. Daher lasse ich ein paar Meter Abstand. Nach 500 m ist es vorbei. Das Brennen in den Oberschenkeln bleibt aber. Nun geht es hoch und runter, keine leichte Strecke. Bei einem Anstieg kann mein Beleiter nicht mehr Schritt halten und fällt zurück. Jetzt muss ich mich alleine gegen die Steigungen und den Wind durchkämpfen. Am Ende schaffe ich bei diesen Bedingungen über die fast 10 km einen ausgezeichneten Schnitt von 3:52 min/km, was mich sehr zufrieden stimmt. Außerdem lande ich knapp hinter Lennart, der „nur“ vier Minuten schneller war 😉 Es war mir eine Ehre, Lennart! Und vielen Dank, Götz! Auf ein Neues im nächsten Jahr. Happy New Year!