Ratzeburger Adventslauf, 1. Dezember 2019

Wie oft war ich schon angemeldet zu diesem Lauf um den Ratzeburger See. Es hat bisher nur zu einer Teilnahme gelangt. Immer kam etwas dazwischen. Und auch in diesem Jahr drohte mir ein Infekt dazwischen zu kommen, weswegen ich im November zwei Wochen mit dem Training aussetzen musste. Ich fühlte mich zwar wieder einigermaßen in Form. Aber das Wetter am 1. Dezember war eher Sofa-tauglich. Lohnt es sich überhaupt aufzustehen? 😉Wäre mein Sportfreund Martin nicht gewesen, ich hätte die Fahrt an diesem feucht-kalten Dezembertag nicht auf mich genommen. Doch Martin wollte unbedingt. 😉 Und so stehen wir jetzt an der Startlinie in der Ratzeburger Innenstadt mit Hunderten von Zweibeinern, die unruhig tippelnd den 26 Kilometern um den See entgegenfiebern. Die einzige Frage, die ich mir stelle ist: In wieviel Tagen kommt der Nikolaus?

Der Startschuss fällt und alle preschen los. Ich hatte mir vorher vorgenommen, unbedingt in einer Gruppe laufen zu wollen. Ich dachte so, es könnte vielleicht die dritte Gruppe sein. Und wenn dann noch eine Zeit von ungefähr 1:40 h herauskommt, wäre das mega. Nach 500 m laufe ich noch mit der Spitze und denke: „Das ist ja gar nicht so schnell. Da kann ich ja auch gleich hier mitlaufen.“ Der Gedanke ist noch nicht zu Ende gedacht, da ist die Spitze nach dem ersten Anstieg auch schon weg. Es müssen sechs Läufer sein. In meinem Dunstkreis erblicke ich vier weitere. 3:30 Minuten für den ersten Kilometer ist aber definitv zu schnell. Das würde nicht lange gutgehen. Langsam sortiert sich das Feld. Die ersten sieben Kilometer sind extrem wellig. Ich habe einen Begleiter an meiner Seite und in ca. 200 m Entfernung läuft ein weiterer Athlet in rotem Trikot. Dann muss ich kurz mal hinter einen Baum – und mein Begleiter ist weg. Mist! Jetzt laufe ich doch alleine. Er wiederum hat mittlerweile zu dem „roten Athleten“ aufgeschlossen und sie laufen in konstantem Abstand von etwa 200 m vor mir her. „Wie blöd ist das denn!?“ Über zwei Kilometer versuche ich alles, um zu ihnen aufzuschließen, was mir nach sieben Kilometern schließlich gelingt. Da mittlerweile ein weiterer aus der Spitzengruppe zurückgefallen ist, sind wir jetzt zu viert. Der Rote macht Druck. „Mann ist der stark.“ Wir lutschen nur. Nach 13 km geht es wieder an den See auf Trampelpfaden zurück in Richtung Ratzeburg. Jetzt signalisiert mir der Rote, ich möge auch mal vorlaufen. „Können vor Lachen“, geht mir durch den Kopf. Er ist einfach zu stark. Doch dann lässt er mich passieren. Und ein Kilometer später hat er sich plötzlich nach hinten verabschiedet. Jetzt sind wir also nur noch zu dritt. Nach der Verpflegungsstelle bei Kilometer 15 verabschiedet sich auch derjenige, der zu Beginn in der Spitzengruppe mitgelaufen ist. „Ich wollte zwar in einer Gruppe laufen, aber doch nicht vorne.“ Immerhin sagt mir mein Schatten bei Kilometer 20, dass er mich im Ziel vorlassen würde, wenn es so bleibt, weil ich ja schließlich die ganze Arbeit machen würde. Einen Kilometer später ist auch er weg. „Wie geil ist das denn?!“ Die letzten drei Kilometer geht es wieder hoch und runter. Ich kann weiter Druck machen und erreiche schließlich das Ziel als Fünfter – und erreiche auch ungefähr meine angestrebte Zeit von 1:40 h nämlich 1:39:59 h! 😉

Ergebnisse: https://www.stgk.de/Ergebnisse/2019/14/26km-gesamt.pdf