Liga-Finale in Bad Zwischenahn, 26./27. August

Zwei Jahre nach unserem letzten Auftritt trieb es uns wieder im Rahmen eines Wettkampfes der Regionalliga Nord nach Bad Zwischenahn. Das Wettkampfformat war vollkommen neu für die Regionalliga und versprach ein Spektakel zu werden: Am Samstagabend fand zunächst ein Swim & Run statt. Gestartet ist das gesamte Feld (105 Männer) über die 500 m im Zwischenahner Meer gleichzeitig, doch loslaufen nach dem Schwimmen aus der Wechselzone über die anschließenden 3 km durften die Teams erst, wenn sie mindestens zu viert von ihren angetretenen fünf Teammitgliedern waren. Die Zeitabstände, die so am Ende zwischen den Teams ermittelt wurden, waren die Vorgaben für den Sprinttriathlon am Sonntag, der auch erstmals komplett als Mannschaftswettkampf ausgetragen wurde und Spannung versprach.

Für das Wochenende ist perfektes Triathlon-Wetter vorhergesagt: um die 23 Grad, lockere Bewölkung. Im Gegensatz zu einigen anderen Mannschaften haben wir ein kleines Handicap bei diesem Wettkampfformat: Während viele Teams ihre besten Läufer und Schwimmer aufbieten, haben wir „nur“ drei Top-Schwimmer. Das bedeutet, die ersten drei müssen mindestens auf einen nach dem Schwimmen warten. Aber wir sind hoch motiviert, noch ein paar Plätze in der Tabelle gutzumachen, in der wir vor diesem letzten von fünf Wettkämpfen auf Position 15 von 21 Mannschaften liegen. Und außerdem sind wir fest davon überzeugt, dass nur eine geschlossene Mannschaftsleistung zum Erfolg führen kann. Doch reicht das?

Das Zwischenahner Meer liegt am Samstagabend glatt da wie ein überdimensionaler Spiegel. Eigentlich bin ich hoch konzentriert, um in diesem mega-starken Schwimmerfeld im wahrsten Sinne des Wortes nicht unterzugehen. Doch da geht mir nochmal das Motto dieser Veranstaltung durch den Kopf, für das die Organisatoren eigentlich einen Preis verdient hätten: „Make Triathlon great again“, und „Triathlon first“ ? Donald würde sich im Grabe umdrehen. Ach ne, geht ja noch nicht . . . Mit einem Landstart werden wir auf die Reise geschickt. Wie immer, manövriere ich mich am Rande des Feldes um die eine Wende-Boje. Schnell fällt mir auf, dass nicht mehr so viele neben bzw. hinter mir sind. Wie viel Zeit kann man auf 500 m zu den Schnellsten verlieren? Viel! Auf den besten Schwimmer im Feld verliere ich sage und schreibe 1:33 min! „Egal, ist ja ein Teamwettkampf. Und auch seine Mannschaft hat schlechte Schwimmer“, denke ich. Nee, hat sie nicht ? Nun denn, als wir endlich zu viert sind und unsere drei Schwimmraketen bereits in der Wechselzone zu frösteln beginnen, rennen wir los. Jan wird schon nachkommen – der Laufgott. Und tatsächlich. Nach ca. 700 m holt uns Jan ein, wir „opfern“ unseren fünften Mann und pesen zu viert weiter. Viele Mannschaften sind um uns herum, sodass wir nicht genau wissen, an welcher Stelle wir liegen. Am Ende wird es ein 11. Platz. Aber insgesamt sechs Mannschaften – von Platz 6 bis 11 – liegen innerhalb von 10 Sekunden! Zum Team hinter uns haben wir 20 Sekunden Luft. So kann es also morgen in den zweiten Teil dieser Veranstaltung gehen. Hoffentlich erholen sich die Beine über Nacht! Na dann: „Gute Nacht, John Boy.“ ?

Die Beine fühlen sich am Morgen „gebraucht“ an. Die Motivation ist aber hervorragend. Ein 11. Platz mit Kontakt zu Platz 6 lässt auf ein gutes Ergebnis hoffen, wenn, ja wenn wir nicht wieder beim Schwimmen so viel verlieren. Gemäß unseren Platzierungen werden die Mannschaften aufgerufen und müssen sich an der Wasserkante hintereinander aufstellen. Die ersten beiden Mannschaften aus Itzehoe und Wolfsburg sind bereits weg. Und dann geht es ganz schnell, weil die Abstände immer geringer werden. Die Kampfrichter haben alle Hände voll zu tun, um die Adrenalin-geschwängerten, heißspornigen Rennpferde zurückzuhalten. Und dann geht es auch schon los auf die 750 m lange Schwimmstrecke. Unser Plan: Die beiden besten Schwimmer bilden eine Doppelspitze und wir schwimmen zu dritt dahinter. Funktioniert – die ersten hundert Meter ? Das Zwischenahner Meer macht seinem Namen heute alle Ehre und ist extrem aufgewühlt. Und das liegt nicht an den mehr als 200 unentwegt auf das Wasser einschlagenden Hände! An der ersten Richtungsboje schwimmen wir in versprengte Zurückgebliebene der vor uns liegenden Mannschaften auf. Es wir unübersichtlich. Längst habe ich den Sichtkontakt zu meinen Nebenleuten verloren. Ich halte mich an Jonas, der mir den Weg durch die Masse bahnt und die Wellen für mich bricht. Sorry Jonas, für das ständige An-die-Füße-fassen! Natürlich ist ein Lukas bereits aus dem Wasser als Jonas und ich das Ufer erreichen. Und die beiden anderen? Jetzt heißt es aber erstmal, sich selbst auf den Wechsel zu konzentrieren. Nach der letztjährigen Zweitliga-Saison ist es ein völlig neues Gefühl für mich, dass ich mir beim Wechsel endlich mal ein wenig Zeit lassen kann, da ich nicht als Letzter unserer Mannschaft aus dem Wasser gekommen bin. Doch Kaffeekränzchen ist auch nicht angesagt, da auch schon die anderen beiden Teammitglieder angerauscht kommen. „Alle fertig? Und ab!“ Die Radstrecke (2 Runden, insgesamt 27 km) ist flach und verspricht schnell zu werden. „Auch für uns?“ Jedenfalls finden wir schnell unsere Formation und haben nach 4 km bereits drei Teams überholt. Es läuft gut. Mit einem 44er Schnitt fliegen wir förmlich über den Asphalt. Unser Kreisel klappt ausgezeichnet. Da wir planen, nur mit vier Mann zu laufen, soll sich Jonas auf dem Rad (auf-)opfern. Ansonsten fährt jeder so lange vorne, wie er sich gut fühlt. Gut? Bei einem Puls am Anschlag? Ja, das fühlt sich klasse an! Nach der ersten Radrunde liegen wir an Position 5! Das ist ja unglaublich! Doch zwei Mannschaften hängen sich (fair) hinten rein: Braunschweig und Kiel. Bei den ständigen Positionskämpfen auf der zweiten Runde „verlieren“ wir unseren fünften Mann, der alles gegeben hat und den Anschluss nicht mehr halten kann. Wir drohen uns aufzureiben. Daher beschließen wir, die letzten sieben Kilometer nicht mehr an diesem Spielchen teilzunehmen und in einem regelkonformen Abstand hinter den beiden Mannschaften her zu fahren. Ein schneller Wechsel in die Laufschuhe beschert uns kurzfristig Rang 5, eineinhalb Minuten hinter Platz 4. Doch die Mannschaft aus Kiel hat noch mehr Tiger im Tank und überholt uns nach zwei von 5,4 km. Braunschweig im Nacken, geben wir alles und sichern uns schließlich Platz 6.

Wie geil ist das denn! Das ist unser bestes Saisonergebnis. Und weil wir unsere unmittelbaren Konkurrenten um die Gesamtwertung weit hinter uns gelassen haben, machen wir den maximal möglichen Sprung in der Abschlusstabelle von Platz 15 auf 11! Ein toller Platz im Mittelfeld! Schöner Abschluss! Tolle Stimmung! Klasse Teamwork!

Ergebnisse Swim & Run: http://www.stgk.org/Ergebnisse/2017/27/rl-sr-m.pdf

Ergebnisse Triathlon (Jagdrennen): http://www.stgk.org/Ergebnisse/2017/27/rl-m.pdf

Abschlusstabelle Regionalliga Nord: http://www.stgk.org/Ergebnisse/2017/980/TRL_Tabelle%202017.pdf