Déjà-vu in Alsdorf? – Duathlon DM, 29. April 2018

Alsdorf bei Aachen war am 29. April bereits zum dritten Mal Ausrichter der Deutschen Meisterschaften (DM) im Duathlon. Ich versuchte mich mal im „Fremdgehen“, was ja eigentlich nicht machen sollte und was einem auch mit Sicherheit nicht bekommt. 😉 Aber ich hatte noch eine Rechnung mit diesem Alsdorf offen: Im letzten Jahr war ich bereits angereist, hatte mir samstags die Startunterlagen abgeholt und musste am Wettkampftag unverrichteter Dinge wieder abreisen, weil ich mir in der Nacht zuvor einen Infekt zugezogen hatte. Und auch in diesem Jahr hatte ich wieder ein Déjà-vu. Nach zwei Wettkampfabsagen Anfang April wegen Krankheit war ich doch gerade wieder genesen. Und jetzt das . . .

Bereits am Freitag waren wir zu Freunden in Aachen gereist. Allerdings vermied ich es dieses Mal, mir bereits die Wettkampfunterlagen am Samstag abzuholen. Man kann ja nie wissen. Und diese Unwissenheit gipfelt am Samstag auch noch in Besorgnis, weil meine bessere Hälfte rumhüstelt und schnieft – ein Infekt! Oh nein! Auch bei mir regt sich ein Kratzen im Hals. Trotzdem kann ich gut schlafen. Und am Morgen scheint alles okay. Nur das Wetter nicht: Es regnet Hunde und Katzen!

Der Start ist erst um viertel vor eins. Gut so, denn das Wetter hat sich gebessert. Die äußeren Bedingungen sind mit 14 Grad Lufttemperatur, teilweise böigem Wind und ein paar Regentropfen zwar nicht optimal, ich habe aber schon Schlimmeres erlebt. Und glücklicherweise ist die Straße trocken!

Am Start formieren sich die schnellen Hirsche natürlich mal wieder ganz vorne. Und als der Startschuss fällt, pesen auch wieder alle los wie von der Tarantel gestochen. Ich werde auf den ersten 200 m von Leuten überholt, die deutlich (gesichts-)älter scheinen als ich. „Nur die Ruhe“, sage ich zu mir, schließlich stehen am Anfang vier Runden á 2,5 km auf dem Programm. Nach einem Kilometer erblicke ich in einer Gruppe einen jüngeren Athleten aus Duisburg, von dem ich weiß, dass er ähnlich schnell läuft wie ich. Also bemühe ich mich, diese Gruppe von acht Läufern zu erreichen, um mich in den Gegenwindpassagen ein wenig verstecken zu können. Das klappt auch eigentlich ganz gut, wären da nicht zwei „Spacken“, die völlig unrhythmisch laufen, mich ständig überholen, kurz vor mir einscheren, dann reißen lassen müssen, worauf ich dann wieder versuche, die Lücke zuzulaufen. Das Ganze geschieht bestimmt fünf Mal und ich bin geneigt, etwas dazu zu sagen. Aber ich weiß, dass das Hörorgan bei Wettkämpfen häufig durch Adrenalin und Endorphine verstopft wird. 😉

Pro Laufrunde höre ich immer wieder Anfeuerungsrufe für Achim, meinem ärgsten Widersacher in der Altersklasse M50. Achim Groenhagen vom MTV Aurich ist ein hochdekorierter Triathlet, der schon (fast) alles gewonnen hat. Ich freue mich, endlich mal gegen ihn antreten zu dürfen. Allerdings würde ich mich noch mehr freuen, wenn ich wirklich in Topform wäre. Aber: „Wichtig ist aufm Platz“, wie eine alter Fußballerweisheit sagt. Oder übersetzt in die Triathletensprache: „Wenn Du an der Startlinie stehst, zählen keine Ausreden!“ Eben! „Nun, Achim scheint hinter mir zu sein. Doch wie viel Vorsprung kann ich mir erarbeiten, da ich ja weiß, dass das Radfahren heute eine Katastrophe wird – mit dem Trainingsrückstand!“

Als 30ster wechsle ich aufs Rad. „Doch wie weit vor Achim?“, frage ich mich. Ich brauch mich nicht lange zu fragen, denn bereits auf der zweiten von sechs Radrunden überholt er mich. „Okay, jetzt also dranbleiben.“ Das geht genau eine Runde gut. Dann machen sich in beiden Waden Krämpfe bemerkbar. Das anfängliche Laufen ist eben doch eine Belastung, die ich so nicht kenne. Und Achim fährt mir einfach weg! „Oh je“, denke ich, „jetzt wirst Du durchgereicht.“ Zu meiner Überraschung steige ich als Elfter im Gesamtfeld vom Rad. Auf den 40 km bin ich immerhin noch einen Schnitt von 40,7 km/h gefahren. Damit hätte ich nie gerechnet!

Jetzt sind noch einmal zwei Runden á 2,5 km zu laufen. Achim sehe ich schon nicht mehr. Ich gebe aber trotzdem alles, weil ich nicht weiß, wer sonst noch so vor mir ist. Schließlich kenne ich die meisten Duathleten nicht. In 17:41 min absolviere ich den abschließenden Lauf, erreiche mit einer Zeit von 1:51,07 min den 10. Platz in der Gesamtwertung und werde etwa 1:13 min hinter Achim Deutscher Vizemeister in der Altersklasse M50. Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat und weiß, woran ich arbeiten muss. 😉

Ergebnisse: https://www.trialogevent.de/results/?id=125&k=2